Wertvolle Schenkung für die Stadt Weißenfels
Dokumente aus der Geschichte der Fischerinnung übergeben
Eine bedeutende Schenkung erhielt die Stadt Weißenfels von Helga Zangenberg, Nachfahrin einer alten Weißenfelser Fischerfamilie. Sie überließ der Stadt mehrere historische Dokumente aus dem Besitz ihrer Familie. Die Unterlagen stammen aus dem Umfeld der Weißenfelser Fischerinnung, einer der ältesten und einflussreichsten Zünfte der Stadt.
Oberbürgermeister Martin Papke hatte in den vergangenen Monaten gezielt Kontakt zu Nachfahren der Fischerinnung aufgenommen – mit dem Ziel, neue Informationen und Objekte zur Geschichte dieser traditionsreichen Berufsgruppe zusammenzutragen. In Gesprächen mit Frau Zangenberg stellte sich heraus, dass sich in ihrem Familienbesitz mehrere Dokumente und Gegenstände befinden, die mit der Geschichte der Innung verbunden sind. Einen Teil davon stellte sie nun der Stadt als Schenkung zur Verfügung.
„Ich habe durch meine Recherche zur Weißenfelser Fischerinnung die Enkelin des letzten Oberinnungsmeisters Frahnert aus der Dammstraße gefunden und zu Hause besucht. Neben den hochspannenden Urkunden wurde der Stadt auch die letzte Innungslade der Fischer zur Dokumentation zur Verfügung gestellt“, sagt Martin Papke. „Von den Fischern ist heute nichts mehr zu sehen, deshalb ist es mir ein großes Anliegen, von dieser jahrhundertelang prägenden Innung zu erzählen.“
Zu den übergebenen Schriftstücken zählen unter anderem ein Lobschreiben an Bürgermeister Hirsemann aus dem Jahr 1859, das anlässlich der Hochzeit seiner erstgeborenen Tochter verfasst wurde. Besonders bemerkenswert ist die abschließende Auflistung aller Weißenfelser Innungen in diesem Schreiben. Ein weiteres Dokument stammt aus dem Jahr 1837: Darin wendet sich der Justizkommissar Niewandt an den damaligen Fischermeister Mundt mit Informationen zur Neuanberaumung einer Gerichtsverhandlung. Das älteste Schriftstück ist eine beglaubigte Urkunde mit Siegel aus dem Jahr 1734. In ihr bestätigt der Amtsvoigt von Weißenfels die sogenannte „Kundschaft“ des Johann Adolph Pürste, der das Fischerhandwerk erlernt hatte. Eine solche Kundschaft war erforderlich, wenn ein Handwerker in eine andere Stadt ziehen oder einer Innung beitreten wollte – in diesem Fall beantragte Pürste die Aufnahme in die hiesige Fischerinnung unter der Regentschaft von Herzog Christian (1682–1736). Mittlerweile sind die Dokumente dem Stadtarchiv übergeben worden.