Musikalische Lesung, Schützling, historische Tastenmusik und Festgottesdienst
Heinrich Schütz Musikfest 2026: Musik und Literatur vom 6. bis 11. Oktober in Weißenfels
Nach dem ersten Veranstaltungswochenende geht das Heinrich Schütz Musikfest 2026 in Weißenfels in die nächste Runde. Vom 6. bis 11. Oktober stehen eine Orgelmusik zur Marktzeit, eine musikalische Lesung zum 441. Geburtstag von Heinrich Schütz, ein geselliger Abend in der Klangwelt des jungen Heinrich, historische Tastenmusik auf dem Schwabe-Clavichord des Heinrich-Schütz-Hauses und ein Festgottesdienst auf dem Programm. Dabei spannt sich der musikalische Bogen von der Renaissance bis in die europäische Musikkultur des 17. Jahrhunderts.
Den Auftakt macht am Dienstag, 6. Oktober, um 12 Uhr die „Orgelmusik zur Marktzeit“ in der Weißenfelser St. Marienkirche. Thomas Piontek spielt an der Ladegast-Orgel. Die Veranstaltung der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Weißenfels bietet eine musikalische Auszeit mitten im Marktgeschehen. Der Eintritt ist frei. Am Dienstagabend dürfen sich Interessierte ab 18 Uhr im Rathaus Weißenfels auf die Fortsetzung der Reihe „Ohrenschmaus“ – erstmals außerhalb des Heinrich-Schütz-Hauses freuen. Der Kulturwissenschaftler Rashid-S. Pegah hält einen Vortrag über Schütz und die Bayreuther Orgelweihe von 1619 sowie über weitere musische Beziehungen zwischen Bayreuth und Mitteldeutschland im 17. Jahrhundert. Der Weißenfelser Musikverein „Heinrich Schütz“ e. V. bietet kleine Snacks und Getränke an. Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse: 8 Euro, Schülerinnen und Schüler 5 Euro.
Am Donnerstag, 8. Oktober, um 18 Uhr verbindet sich im Fürstenhaus Literatur mit Musik. Unter dem Titel „Das Treffen in Telgte“ widmet sich eine musikalische Lesung Günter Grass’ gleichnamiger Erzählung aus dem Jahr 1979. Grass schildert darin ein fiktives Treffen deutscher Dichter und Schriftsteller im Jahr 1647 im münsterländischen Telgte – nach den verheerenden Erfahrungen des Dreißigjährigen Krieges.
Im Mittelpunkt stehen die Frage nach einem Neubeginn von Sprache, Literatur und Musik nach einem kollektiven Trauma sowie der Friedensappell der Dichtergruppe. Der einzige Musiker, der in Grass’ Erzählung auftritt, ist Heinrich Schütz. Anlässlich seines 441. Geburtstages werden die Schütz betreffenden Passagen sowie der Friedensappell gelesen und mit Musik aus den 1640er Jahren verbunden. Dr. Maik Richter, Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses Weißenfels, übernimmt die Lesung. Für die musikalische Gestaltung sorgt das neu gegründete Weißenfelser Henricus-Ensemble mit Sylvia Lorber (Sopran), Doreen Busch (Mezzosopran), Uta Demus (Violoncello) und Andreas Morys (Cembalo und Truhenorgel). Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse. Der Eintritt beträgt 8 Euro, für Schülerinnen und Schüler 5 Euro.
Am Freitag, 9. Oktober, um 20 Uhr wird es im Alten Brauhaus gesellig und zugleich musikalisch. „Schützling. Ein geselliger Abend in der Klangwelt des jungen Heinrich“ führt im Rahmen der Reihe SPUREN II in die musikalische Welt der Jugendzeit von Heinrich Schütz.
Ausgangspunkt ist das Volkslied „Ich stund an einem Morgen“, das von Aufbruch und Abschied erzählt. Von dort aus folgt das Publikum den musikalischen Spuren einer Epoche, in der Volkslied, Trinklied und geistlicher Gesang ebenso nebeneinanderstanden wie kunstvolle Musik der Renaissance. Zu hören sind Werke von Hans Leo Hassler, Orlando di Lasso, Vittoria Rafaella Aleotti, Clément Janequin und anderen.
Das Ensemble THE PRESENT, artist in residence des Heinrich Schütz Musikfestes, nähert sich dieser Musik mit einer besonderen Perspektive. Die sechs Sängerinnen und Sänger verbinden die historische Musik mit Instrumenten aus ihrer kindlichen Klangwelt: Rasseln, Glockenspiel und Melodica schaffen eine spielerische, bisweilen verträumte Atmosphäre. So wird die kindliche Faszination für Musik zum Ausgangspunkt für eine Spurensuche nach den frühen musikalischen Erfahrungen und Inspirationsquellen des jungen Heinrich Schütz.
Zu THE PRESENT gehören Hanna Herfurtner, Olivia Stahn, Amélie Saadia, Tim Karweick, Florian Götz und Felix Schwandtke. Karten sind im Vorverkauf über Reservix sowie an der Abendkasse erhältlich. Im Vorverkauf kostet der Eintritt 18,20 Euro, ermäßigt 14,55 Euro, jeweils zuzüglich Gebühren. An der Abendkasse beträgt der Eintritt 22 Euro, ermäßigt 17 Euro. Für Schülerinnen und Schüler kostet die Karte 7 Euro.
Am Samstag, 10. Oktober, um 16 Uhr steht im Fürstenhaus die europäische Tastenmusik des 17. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Das Konzert „Unter Kollegen“ aus der Reihe SPUREN V stellt Werke von Matthias Weckmann, Girolamo Frescobaldi, Johann Jakob Froberger und weiteren Komponisten vor.
Die Tastenmusik des 17. Jahrhunderts war ein europäischer Dialog. Matthias Weckmann, Schüler von Heinrich Schütz, steht beispielhaft für die musikalischen Verbindungen zwischen dem norddeutschen Raum und den großen Musikzentren Südeuropas. Komponisten wie Frescobaldi, Froberger, Muffat und Couperin bewegten sich in einem gemeinsamen musikalischen Kosmos und entwickelten die Tastenmusik mit Variation, Kontrapunkt und affektgeladener Melodik immer wieder weiter.
Der belgisch-französische Spezialist für historische Tasteninstrumente Benjamin-Joseph Steens, Professor am Conservatoire von Straßburg, spielt in dem Rezital auf dem Hubert-Clavichord des Heinrich-Schütz-Hauses Weißenfels. Dr. Maik Richter, Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses, liest dazu Texte von Autorinnen und Autoren des 17. Jahrhunderts und stellt der Musik damit literarische Perspektiven aus der Zeit zur Seite.
Karten kosten im Vorverkauf 11,82 Euro, ermäßigt 9,09 Euro, jeweils zuzüglich Gebühren. An der Abendkasse beträgt der Eintritt 15 Euro, ermäßigt 12 Euro. Für Schülerinnen und Schüler kostet die Karte 7 Euro.
Den Abschluss bildet am Sonntag, 11. Oktober, um 10.30 Uhr der Festgottesdienst in der Weißenfelser St. Marienkirche. Mit Musik von Heinrich Schütz und seinen Zeitgenossen klingt das Festivalwochenende in festlichem Rahmen aus.
Mit seinen Veranstaltungen in Weißenfels zeigt das Heinrich Schütz Musikfest auch in diesem Jahr die unterschiedlichen Facetten der Musik und Kultur des 17. Jahrhunderts. Historische Instrumente und Quellen treffen auf neue künstlerische Zugänge, Literatur begegnet Musik, und die Werke von Heinrich Schütz werden in ihre europäischen Zusammenhänge gestellt.
Informationen zu diesen und weiteren Veranstaltungen des Heinrich Schütz Musikfests in Weißenfels gibt es unter www.schütz-musikfest.de.