Heinrich-Schütz-Haus: Nebengebäude abgebrochen, Mitarbeiter arbeiten im Interim
Das Nebengebäude des Heinrich-Schütz-Hauses in der Nikolaistraße 9 ist abgebrochen. An seinem Platz klafft derzeit eine Lücke. Aber nicht mehr lange. Derzeit laufen vorbereitende Arbeiten für den Neubau, der an dieser Stelle entstehen wird. In der Marienkirchgasse werden Versorgungsleitungen umverlegt. An der Kelleraußenwand des bestehenden Heinrich-Schütz-Hauses muss die historische Bausubstanz für die weiteren Arbeiten gesichert werden. Im Bereich der ehemaligen Bebauung wurde im Zuge des Abbruchs loses Sandsteinmauerwerk festgestellt.
Nach Herstellung der Baugrube beginnt dann die Gründung für den Neubau. Dafür werden sogenannte Mikropfähle in die Erde gerammt. Das sind Stahlrohre, die mit Zement verpresst werden und die Lasten des späteren Neubaus in tiefer liegende, tragfähige Bodenschichten übertragen.
Bereits im April 2026 wurde das Heinrich-Schütz-Haus geschlossen. Grund: Bis zum Jahr 2028 wird das Nebengebäude mit Fahrstuhl und einem Zugang zum Komponistenmuseum neu errichtet und das Hintergebäude restauriert. Hier ist die Musikwerkstatt zukünftig barrierefrei zu erreichen. Der Hof soll neu gepflastert und baulich geöffnet werden. So ist er zukünftig noch stärker für verschiedene Veranstaltungsformate nutzbar.
„Ich sehe den Baufortschritt – ich sehe, dass es stetig vorwärtsgeht“, sagt der Leiter des Heinrich-Schütz-Hauses Dr. Maik Richter, der sowohl die Abbrucharbeiten als auch die aktuelle Bautätigkeit von seinem derzeitigen Büro im Technischen Rathaus aus verfolgen kann.
Die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Heinrich-Schütz-Hauses sind vorübergehend an verschiedenen Orten tätig. So arbeitet eine Mitarbeiterin in der Cafeteria des Heimatnaturgartens. Im Schloss Neu-Augustusburg inventarisieren ein Mitarbeiter und ein Bundesfreiwilligendienstleister zusammen die ausgelagerten Bestände des Musikermuseums. Im ehemaligen Schreibkabinett und Schlafzimmer der Herzöge Johann Adolf I., Johann Georg und Christian von Sachsen-Weißenfels stapeln sich seit dem Auszug aus dem Heinrich-Schütz-Haus im Mai 2026 Kisten, Musikinstrumente, Bilder. „Dies alles muss aufgenommen, begutachtet und nach verschiedenen Parametern erfasst werden“, sagt Dr. Maik Richter.
Im Museum unterstützen die Mitarbeiter des Heinrich-Schütz-Hauses zudem das dortige Team bei dessen Arbeit und kümmern sich zusätzlich um den Verkauf von Schütz-CDs und nachgefragten Publikationen. Dazu zählen Ausstellungskataloge wie „… mein Lied in meinem Hause“, „Die Musen sind weiblich“ oder auch das Begleitheft „Außer Haus“. Nach der Bestellung per E-Mail über www.schuetzhaus@weissenfels.de und erfolgter Vorkasse werden die gewünschten Gegenstände versendet. „Zusammenfassend lässt sich sagen: Auch wenn das Heinrich-Schütz-Haus derzeit geschlossen ist, gibt es jede Menge zu tun“, sagt Dr. Maik Richter. Und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Selbst, wenn wir gerade nicht vor Ort sind, arbeiten wir für Heinrich Schütz.“