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Museen Weißenfels stellen Weichen für die Zukunft (2026-2030)

Das Museum Weißenfels und das Heinrich-Schütz-Haus richten sich strategisch neu aus, um auf bevorstehende Bauprojekte und strukturelle Veränderungen zu reagieren. Unter dem Leitmotiv „Museen Weißenfels – in Bewegung“ präsentierten beide Einrichtungen am 17. April 2026 ihr Konzept für die museale Arbeit bis 2030. Ziel ist es, trotz temporärer Einschränkungen ein lebendiges, dezentrales Kulturangebot zu schaffen und zugleich die Grundlage für zeitgemäße Ausstellungen sowie nachhaltige Strukturen zu legen.

Das Heinrich-Schütz-Haus wird von April 2026 bis voraussichtlich Mai 2029 aufgrund umfangreicher Bauarbeiten geschlossen. Parallel dazu wird auch am Südflügel von Schloss Neu-Augustusburg bis etwa 2029 gebaut. Mit Abschluss der Maßnahmen entsteht ein zweiter Fluchtweg, wodurch die bereits sanierten herzoglichen Räume künftig wieder als Ausstellungsfläche für das Museum Weißenfels zur Verfügung stehen.

Während der Bauphase kommt es neben der Schließung des Heinrich-Schütz-Hauses zu eingeschränkten Öffnungszeiten im Museum Weißenfels: Ab November 2026 ist das Haus regulär von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet. Gleichzeitig nutzen die Museen die Situation für eine intensive Arbeit an ihren Beständen. Sammlungen werden gesichtet, wissenschaftlich inventarisiert und restauratorisch betreut. Darüber hinaus werden Depots neu organisiert, Objekte fachgerecht verpackt und für zukünftige Anforderungen vorbereitet. Ziel ist es, die Bestände langfristig zu sichern und ihre Zugänglichkeit deutlich zu verbessern.

Oberbürgermeister Martin Papke unterstrich die Bedeutung dieser Arbeit: „Das Museum ist die Schatzkammer der Stadt und muss an Wertigkeit gewinnen.“ Zugleich rief er die Bürgerinnen und Bürger zur Mitwirkung auf: Ehrenamtliche können die Depotarbeit unterstützen, ein entsprechender Aufruf ist in Vorbereitung. „Wir geben nichts weg, sondern schaffen Ordnung – denn die Sammlungen sind Teil unserer Identität“, betonte Papke.

Ungeachtet der baubedingten Einschränkungen bleiben die Museen präsent. Geplant sind vielfältige Ausstellungen, Veranstaltungen und Bildungsangebote an alternativen Orten im Stadtgebiet, darunter das Rathaus, das Geleitshaus, die Marienkirche, das Ladegast-Museum sowie die Räume des Vereins BRAND-SANIERUNG e.V. Neue Formate wie „Mein Lieblingsstück“ – eine von Bürgerinnen und Bürgern kuratierte Vitrine –, dezentrale Ausstellungen in Geschäften und Präsentationen an Bauzäunen bringen die Sammlungen unmittelbar in den öffentlichen Raum.

Ergänzt wird das Programm durch Lesereihen, Filmabende, Benefizaktionen und interaktive Formate, die Einblicke in die Museumsarbeit ermöglichen. Führungen bleiben weiterhin ein zentraler Bestandteil des Angebots. Parallel dazu arbeiten die Museen an der Entwicklung einer neuen Dauerausstellung, die nach Abschluss der Bauarbeiten im Museum Weißenfels präsentiert werden soll.