Schließung des Heinrich-Schütz-Hauses ab 7. April 2026
Das Heinrich-Schütz-Haus in Weißenfels bleibt ab dem 7. April 2026 aufgrund umfangreicher Bau- und Sanierungsmaßnahmen für voraussichtlich drei Jahre geschlossen. Ziel der Arbeiten ist eine umfassende bauliche und inhaltliche Weiterentwicklung des Musikermuseums, um den bedeutenden Komponisten Heinrich Schütz künftig noch stärker erlebbar zu machen und das Haus als kulturellen Anziehungspunkt nachhaltig zu stärken.
Bereits im Vorfeld der Schließung haben die Vorbereitungen begonnen. Anfang Mai startet der Abriss des seit 2019 leerstehenden Nebengebäudes in der Nikolaistraße 9. Ab August 2026 ist der Beginn der Rohbauarbeiten für ein neues Nebengebäude geplant, das künftig den barrierefreien Zugang zum Heinrich-Schütz-Haus ermöglichen wird. Neben einem Aufzug entstehen dort unter anderem ein Sonderausstellungsraum, Büroräume, eine Bibliothek, ein Handschriftenmagazin sowie barrierefreie Besucherbereiche.
Auch das Hintergebäude wird umfassend saniert und funktional erweitert. Geplant sind unter anderem barrierefrei zugängliche Räume für die Musikpädagogik, zusätzliche Magazin- und Lagerräume sowie Bereiche für Künstlerinnen und Künstler. Der Innenhof wird neu gestaltet und für Veranstaltungen geöffnet.
Im Zuge der Bauarbeiten wird das Museum vollständig geräumt. Während Mobiliar teilweise vor Ort verbleiben kann, werden sämtliche empfindlichen Exponate fachgerecht ausgelagert. Dazu zählen unter anderem Musikalien, Archivbestände, historische Instrumente sowie wertvolle Kunstobjekte. Ein Teil der Sammlung wird im Schloss Neu-Augustusburg untergebracht, während Leihgaben an die jeweiligen Eigentümerinstitutionen zurückgegeben werden.
Auch der Museumsbetrieb wird während der Schließzeit neu organisiert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten vorübergehend an anderen Standorten innerhalb der Stadtverwaltung und kultureller Einrichtungen. Parallel dazu werden Sammlungsbestände weiter erschlossen, digitalisiert und für zukünftige Ausstellungen aufbereitet. Zudem wird bereits an neuen Ausstellungskonzepten für die Wiedereröffnung gearbeitet.
Trotz der Schließung bleibt das Heinrich-Schütz-Haus kulturell präsent: Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Vorträge und Workshops finden weiterhin an verschiedenen Orten in Weißenfels statt. Auch museumspädagogische Angebote werden fortgeführt und in Schulen, Kindertagesstätten sowie in der Marienkirche angeboten.
Die Baumaßnahme umfasst ein Gesamtvolumen von rund 5,9 Millionen Euro und wird maßgeblich durch Fördermittel des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt unterstützt.
Mit Abschluss der Arbeiten im Jahr 2029 wird das Heinrich-Schütz-Haus in neuem Glanz erstrahlen und Besucherinnen und Besuchern einen modernen, barrierefreien und erweiterten Zugang zur Musik und zum Leben von Heinrich Schütz bieten.
Die Baumaßnahme „Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels“ wird durch die Zuwendung des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des Strukturwandels im Braunkohlerevier ermöglicht.