Schuhmuseum Weißenfels steuert Exponate für Ausstellung in der Bundeskunsthalle bei
Das Schuhmuseum Weißenfels trägt mit ausgewählten Exponaten zu einer besonderen Präsentation in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, kurz „Bundeskunsthalle“, in Bonn bei. Unter dem Titel „Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ wird eine facettenreiche Ausstellung rund um die Geschichte der Sexarbeit gezeigt.
„Ich freue mich sehr, dass Teile unserer Weißenfelser Sammlung nun einem überregionalen Publikum zugänglich sind und unsere Exponate in einem so renommierten Haus ausgestellt werden“, sagt Kuratorin Isabell Radecke-Aurin, die die besonders wertvollen Exponate selbst in die Vitrine in Bonn eingebracht hat.
Das Schuhmuseum Weißenfels ist seit Jahren bekannt für seine einzigartige Sammlung historischer und zeitgenössischer Schuhe. Mit der Beteiligung an der Ausstellung in Bonn haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, seltene Stücke aus der Weißenfelser Sammlung zu sehen, die sonst im Depot aufbewahrt werden.
Die Exponate aus der Saalestadt sind drei Einzelschuhe, die zu den kostbarsten Stücken der Weißenfelser Sammlung gehören. Es handelt sich um zwei italienische Chopinen vom Anfang des 17. Jahrhunderts sowie um einen seltenen Spangenschuh aus dem Elsass aus dem späten 17. Jahrhundert. Dass es sich um Einzelschuhe handelt, hat einen besonderen Grund: Die jeweiligen Gegenstücke sind derzeit in der Ausstellung „Everlasting“ im Museum Weißenfels zu sehen. Um dem Leihgesuch der Bundeskunsthalle entsprechen zu können, hat Kuratorin Isabell Radecke-Aurin die Schuhpaare getrennt.
Die Auswahl der Exponate steht in engem Zusammenhang mit dem Ausstellungsthema „Sex Work. Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“ in der Bundeskunsthalle, denn Schuhe mit erhöhtem Absatz – insbesondere venezianische Chopinen – wurden historisch häufig von Kurtisanen und Frauen aus dem Bereich der Sexarbeit getragen. Die Kuratorin der Bonner Ausstellung entschied sich daher gezielt für diese Stücke aus der Weißenfelser Sammlung, um diesen Aspekt anschaulich und historisch fundiert zu präsentieren.
Wie bei internationalen Ausstellungskooperationen üblich, stellte die Bundeskunsthalle ein offizielles Leihgesuch. Dass die Wahl auf Weißenfels fiel, unterstreicht die Bedeutung des Museums. Das Schuhmuseum verfügt über eine der umfangreichsten Schuhsammlung Europas, die zudem teilweise über die Internetseite www.museum-digital.de öffentlich zugänglich ist. Aus diesem Grund erhält das Team des Museums Weißenfels regelmäßig nationale und internationale Leihanfragen, die immer wieder zur Beteiligung an bedeutenden Ausstellungsprojekten führen.
Die Ausstellung in der Bundeskunsthalle ist vom 2. April bis 25. Oktober 2026 zu sehen. Sie befindet sich in der Bonner Helmut-Kohl-Allee 4.