Mehr digitale Angebote, mehr Vertrauen
Sich mit ein paar Klicks den Gang ins Rathaus sparen – die Online-Dienste der Stadt Weißenfels machen es möglich. Seit dem Jahr 2024 baut die Saalestadt kontinuierlich ihr „Digitales Rathaus“ aus. Damals führte Weißenfels als eine der ersten Kommunen in Sachsen-Anhalt die digitale Möglichkeit zur Änderung des Wohnsitzes ein. Seitdem hat sich einiges getan. Heute können Bürgerinnen und Bürger auf der Startseite der städtischen Internetseite www.weissenfels.de unter der Rubrik »Digitales Rathaus« insgesamt 25 verschiedene Online-Dienste nutzen – eines der breitesten Angebote in Sachsen-Anhalt. Doch während die Digitalisierung in der Weißenfelser Stadtverwaltung voranschreitet, ist die Nachfrage aktuell noch gering. Mit etwa zehn Online-Anträgen pro Monat bleiben die Zugriffszahlen hinter den Erwartungen zurück. Die Stadt Weißenfels hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Online-Dienste ab sofort stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Mithilfe von kurzen Erklärvideos in den Sozialen Medien sowie Artikeln auf der Internetseite und im Amtsblatt wird die Kommune verstärkt über die digitalen Angebote informieren und aufklären, um Hemmschwellen abzubauen und zu zeigen, wie einfach und zeitsparend die Nutzung des „Digitalen Rathauses“ ist.
Denn die Vorteile liegen auf der Hand. Die Online-Dienste der Stadt Weißenfels sparen Papier und ermöglichen eine flexible Nutzung der Verwaltungsangebote. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen können damit wichtige Anträge bequem zu Hause oder unterwegs erledigen – unabhängig von Öffnungszeiten und ohne persönlichen Behördengang. Genauso klar ist aber auch: Hinter jedem digitalen Antrag steht ein Verwaltungsprozess, der rechtssicher, datenschutzkonform und technisch zuverlässig funktionieren muss. Für die Nutzung der Online-Dienste ist deshalb eine BundID (oder das „Mein Unternehmenskonto -MUK“) erforderlich. Die BundID ist der digitale Personalausweis. Es handelt sich um ein deutschlandweit einheitliches Vorgehen zur Authentifizierung.
Da die BundID in der Bevölkerung noch nicht so bekannt ist, schreckt die Registrierung aktuell viele Menschen ab. Die BundID ist aber notwendig, weil sie dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger dient und die Identitätsprüfung am Schalter ersetzt. Die Stadt Weißenfels möchte deshalb dazu ermutigen, die Registrierung durchzuführen. Denn wer seine BundID einmal angelegt hat, kann diese dann für alle Online-Dienste von Kommunen, Land und Bund nutzen.
Die elektronischen Dienstleistungen der Stadt Weißenfels werden auf Grundlage des Onlinezugangsgesetzes (OZG) entwickelt. Die Stadt Weißenfels programmiert in diesem Zusammenhang keine eigenen Dienste, sondern stellt nach dem EfA-Prinzip (Einer für Alle) zentrale Dienste von Land und Bund auf der städtischen Internetseite zur Verfügung. Dabei arbeitet die Stadt Weißenfels intensiv an der Weiterentwicklung der Dienste mit.
Die Saalestadt ermutigt alle Bürgerinnen und Bürger, welche die neuen Angebote bereits nutzen, Rückmeldungen zu geben, um den Service noch besser an die Bedürfnisse anzupassen. Der Digitalisierungsbeauftragte der Saalestadt ist erreichbar unter eGov@weissenfels.de . Auch künftig möchte die Stadt Weißenfels ihre Verwaltungsleistungen konsequent weiter digitalisieren – eine Arbeit, die nicht als Projekt, sondern als Prozess zu verstehen ist. Dabei stehen drei Ziele im Mittelpunkt: einfacher Zugang für die Bürgerinnen und Bürger, sichere Verarbeitung von Daten sowie eine moderne, leistungsfähige Verwaltung. Parallel zu diesen Entwicklungen bleiben aber auch die analogen Dienstleistungen bestehen. Für diejenigen, die den persönlichen Kontakt bevorzugen, bleibt der Besuch im Amt also weiterhin eine Option.
Hintergrund: Digitales Rathaus der Stadt Weißenfels
Die digitalen Angebote der Stadt Weißenfels sind vielfältig. So können Bürgerinnen und Bürger am Computer oder Smartphone unter anderem ihren Wohnsitz anmelden oder ummelden, Brauchtumsfeuer anmelden, ein Gewerbe an-, um- oder abmelden, einen Bauvorbescheid beantragten, eine Geburtsurkunde oder eine Sterbeurkunde beantragten, die Eheschließung anmelden, Eheurkunden oder Lebenspartnerschaftsurkunden bestellen sowie Mietzuschuss beim Wohngeld beantragen.
Seit 1. Juli 2026 setzt die Stadt Weißenfels zudem einen KI-Telefonassistenten namens Charly ein. Nachdem der digitale Telefonassistent Ende des Jahres 2025 eine Testphase erfolgreich bestanden hat, konnte sich das deutsche Start-Up Zaitgeist Innovation Group GmbH mit seinem KI-Angebot bei einer Marktanalyse durchsetzen. Charly nimmt Anrufe der Bürgerinnen und Bürger entgegen und beantwortet ihre Fragen an die Stadtverwaltung. Ab Mitte Juli 2026 können Interessierte zudem mit dem KI-Assistenten auf der städtischen Internetseite www.weissenfels.de chatten. Charly kennt keine freien Tage oder Urlaub. Er arbeitet rund um die Uhr – und das an sieben Tagen in der Woche. Außerdem kann er zeitgleich mehrere Telefonate führen, was Warteschleifen verhindert. Ein weiterer Pluspunkt sind die umfassenden Sprachkenntnisse. Die KI beherrscht 32 Sprachen. Der Einsatz von Charly erfolgt vollständig datenschutzkonform. Die Künstliche Intelligenz nutzt für ihre Antworten ausschließlich öffentlich zugängliche Informationen von der Internetseite der Stadt Weißenfels. Es werden keine personenbezogenen Daten erhoben. Aktuell führt Charly etwa 50 Gespräche am Tag – Tendenz steigend. Bürgerinnen und Bürger erleichtert die KI den Zugang zu Informationen aus der Verwaltung. Zugleich werden die Verwaltungsmitarbeiter entlasten. So bleibt ihnen mehr Zeit für die Bearbeitung von Unterlagen und für persönliche Anliegen. Schon in den ersten Tagen entwickelte sich Charly zum „Mitarbeiter des Monats“, denn seine Zufriedenheitsrate liegt aktuell bei 97 Prozent. Trotz des großen Zuspruchs findet seitens der Stadt Weißenfels und Zaitgeist eine laufende Qualitätssicherung statt, um die Antwortqualität Schritt für Schritt noch weiter zu verbessert.
Neben der Chat-Funktion auf der Webseite stehen noch weitere digitale Angebote der Stadt Weißenfels in den Startlöchern. So sollen einige Verwaltungsleistungen des Ordnungsamtes zeitnah digitalisiert werden. Unter anderem sollen künftig Plakatierungen sowie Außengastronomie und andere Sondernutzungen online beantragt werden. Auch die Erfassung von Straßenschäden soll bald schon digital erfolgen. Hierfür kommen KI-gestützte Kameras zum Einsatz, die während der alltäglichen Dienstfahrten Videos der Straßen aufnehmen und den Zustand der Fahrbahn automatisch analysieren.