Inhalt

Mops soll auf den Markt umziehen

Die historische Sandsteinfigur „Mops mit der Zipfelmütze“ soll auf den Marktplatz verlagert werden. Oberbürgermeister Martin Papke und die CDU-Fraktion werden nach der Sommerpause den politischen Gremien einen entsprechenden Antrag zur Beratung vorlegen. Ein Beschluss im Stadtrat ist im Oktober 2026 geplant.

Aktuell befindet sich der „Mops mit der Zipfelmütze“ nicht in prominenter Lage. Domizil ist der Parkplatz in der Leipziger Straße hinter dem Gebäude Markt 6. Dort hebt sich der helle Sandstein kaum von der Schlosshangmauer ab. Für Oberbürgermeister Martin Papke ein verschenktes Potenzial. Die Versetzung der Hundeskulptur stellt für ihn eine gezielte kulturhistorische und touristische Neuinszenierung dar. Die etwa zwei Meter hohe Figur soll künftig am Rand des Marktplatzes mit klarem Sichtbezug zum Gebäude Markt 6 positioniert werden. Auf diese Weise bleibt der historische Bezugspunkt erhalten und die Gebäudefassade selbst wird nicht beeinträchtigt. Der neue Standort ermöglicht zudem eine Sichtachse zum Schloss Neu-Augustusburg. Damit lässt sich nicht nur städtebaulich eine Verbindung zwischen beiden Denkmälern erklären. Die Skulptur vom sitzenden Hund mit Schlafmütze könnte sich auch zum Selfie-Spot entwickeln und wertet damit den Marktplatz auf.

„Ich bin davon überzeugt, dass der Mops ein geniales bildhauerisches Werk ist. Wenn wir ihn besser in Szene setzen, werden die Menschen sich mit ihm fotografieren. Die Stadt Weißenfels sollte auf jeden Fall diese Skurrilität nutzen, um einen wichtigen Teil unserer Stadtgeschichte im gesellschaftlichen Gedächtnis zu bewahren“, sagt Martin Papke. Erste Gespräche mit den Mitgliedern des Weißenfelser Gästeführervereins verliefen ihm zufolge positiv. So sei es den Gästeführern ein Anliegen, den „Mops mit der Zipfelmütze“ stärker in ihre Stadtführungen einzubeziehen. Die Stadt Weißenfels habe zudem bereits ein Unbedenklichkeitsschreiben der Denkmalschutzbehörde vorliegen.

Hintergrund:
Die Sandsteinfigur „Mops mit der Zipfelmütze“ wurde im Jahr 1927 durch den Weißenfelser Kunstmaler und Bildhauer Professor Erich Haase geschaffen. Sie ist eine Würdigung der in Weißenfels geborenen Schriftstellerin Louise von Francois, die in ihrem Roman „Die letzte Reckenburgerin“ Bezug zum Gebäude am Markt 6, den sogenannten Alten Sächsischen Hof, nimmt. Sie selbst verbrachte ihre Kinder- und Jugendjahre in dem Haus und bezeichnete es in ihrem Buch aufgrund des hohen Daches, der markanten Toranlage und der Fensteranordnung als „Mops mit der Zipfelmütze“. Die Sandsteinfigur verbindet damit auf einzigartige Weise Stadtgeschichte, Literaturgeschichte, Baukultur und vergessene lokale Identität miteinander.