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Geschichte erleben beim Tag des offenen Denkmals in Weißenfels

Der Tag des offenen Denkmals findet am 13. September 2026 statt. Die Stadt Weißenfels beteiligt sich an dem Aktionstag, der bundesweit unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ steht. Zwölf Denkmäler der Saalestadt öffnen ihre Türen.

Interessante Einblicke erhalten Besucherinnen und Besucher unter anderem auf Schloss Neu-Augustusburg. Hier könnt sie an einer Baustellenführung teilnehmen, welche die Stadt Weißenfels zusammen mit der Strukturentwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft des Burgenlandkreises Sewig anbietet. Der Südflügel und der südliche Westflügel der Barockanlage werden derzeit denkmalgerecht saniert und zu einem Behördenstandort umgebaut. Etwa 40,8 Millionen Euro werden bis zum Jahr 2030 an dieser Stelle investiert. Einige Abschnitte und Bauelemente des Schlosses werden bei dem Rundgang letztmalig für die Allgemeinheit zu sehen sein, weil sie später nicht mehr öffentlich zugängig sind oder durch Einbauten verdeckt werden. Los geht es um 10 Uhr mit der offiziellen Eröffnung des Tages des offenen Denkmals auf dem Schlossplatz. Im Anschluss werden Baustellenführungen durchgefürt. Die Führungen sind vollständig ausgebucht.

Übrigens: Auf der gegenüberliegenden Seite des Schlosshofes befindet sich die Schlosskirche St. Trinitatis – ein Meisterwerk des Barocks, welches aufgrund des reichhaltigen Stucks, der kunstvollen Fresken und der eindrucksvollen Kassettendecke als „Sixtinische Kapelle Mitteldeutschlands“ bekannt ist. Von 10 bis 16 Uhr finden hier stündlich Führungen durch die Fürstengruft statt. Dafür steigen Teilnehmende durch eine Bodenluke unterhalt des Altars in die Kellergewölbe hinab. Dort befinden sich 38 Prunksärge der Herzöge zu Sachsen-Weißenfels und ihrer Familien aus den Jahren 1669 bis 1775.

Einen Besuch wert ist auch der Bismarckturm im Otto-Böhme-Weg. Ein Aufstieg ist von 10 bis 17 Uhr möglich. Von oben haben Gäste einen Blick über den Klemmbergpark und das wunderschöne Saaletal. Für die körperliche Anstrengung können sie sich im Anschluss mit Frozen Joghurt belohnen, der an einem Stand vor dem Turm verkauft wird. Wer Weißenfels von oben im Doppelpack erkunden möchte, besucht im Anschluss die Lutherkirche in der Gustav-Adolf-Straße 3. Hier wird von 11 bis 15 Uhr stündlich eine Führung mit Kirchturmbesteigung angeboten. Bei gutem Wetter haben Teilnehmende einen Blick bis nach Tagewerben. Die noch recht junge Kirche, die in zwei Jahren ihren 100. Geburtstag feiert, begeistert darüber hinaus mit ihren in Deutschland einmaligen Buntglasfenstern.

Genauso eindrucksvoll ist die Marienkirche am Marktplatz. Nach dem Gottesdienst um 10:30 Uhr kann die Kirche ab 11:30 Uhr besichtigt werden. Um 13 Uhr und 14:30 Uhr können Interessierte zudem an einer Führung teilnehmen. Die Marienkirche ist an dem Tag übrigens nicht nur Location für den Tag des offenen Denkmals, sondern auch für das Eröffnungskonzert des Ladegastfestivals. Dieses findet um 17 Uhr mit Organist Martin Smeding statt. Tickets gibt es für 15 Euro (ermäßigt 10 Euro).

Nach einigen Jahren Pause ist zudem der Friedhof Weißenfels (Am Sausenhölzchen 8) wieder beim Tag des offenen Denkmals dabei. Um 11 Uhr findet eine Führung zu denkmalgeschützten Gräbern statt. Auch die Grabstätten von bekannten Weißenfelser Persönlichkeiten werden Stationen der Tour sein. Teilnehmende erfahren die Geschichten hinter den Grabstätten und den Menschen, die dort begraben wurden. Die Führung dauert etwa eine Stunde. Es stehen 15 Plätze zur Verfügung. Eine Anmeldung ist bis zum 10. September 2026 per E-Mail möglich an: friedhof@weissenfels.de

Das Simon-Rau-Zentrum lässt in der Jüdenstraße 31/ Geigerpassage zudem eine Informationstafel zur ehemaligen Synagoge aufstellen. Das Denkmal selbst kann in diesem Jahr aufgrund von statischen Problemen am Nachbargebäude leider nicht besichtigt werden.

Auch in den Weißenfelser Ortschaften wird zum Tag des offenen Denkmals einiges geboten. In Reichardtswerben können jeweils von 14 bis 16 Uhr das Diorama „Schlacht bei Roßbach“ und die Kirche besichtigt werden. In Burgwerben öffnen jeweils von 10 bis 17 Uhr das Rittergut und die Kirche ihre Türen. Im Rittergut gibt es für Gäste nicht nur Führungen, sondern auch Kaffee und Kuchen sowie Wein von den Burgwerbener Winzern. Das geschichtsträchtige Denkmal wird seit vielen Jahren von engagierten Bürgerinnen und Bürgern in gemeinnütziger Arbeit saniert. Sie sind beim Tag des offenen Denkmals vor Ort und freuen sich auf Gespräche mit interessierten Gästen. Auch die Ortschaft Uichteritz beteiligt sich an dem Aktionstag. Die Kirche am Ermann-Neumeister-Platz 1 öffnet von 11 bis 17 Uhr ihre Türen. Für manch einen gehört sie zu den schönsten Dorfkirchen Deutschlands. Sehenswert ist vor allem der kunstvolle Barockaltar, der im Jahr 1732 von Handwerksmeistern der Region erstellt wurde, die zuvor auch am Schloss Neu-Augustusburg und am Fürstenhaus mitgearbeitet hatten. Zu sehen gibt es eine Präsentation zur Restaurierung des Kanzelaltars im Jahr 2025. Außerdem können sich Gäste vor Ort Kaffee und Kuchen schmecken lassen. 

Hintergrund:

Erstmals 1984 in Frankreich durchgeführt und 1991 vom Europarat als „European Heritage Days“ ausgerufen, hat sich der zweite Sonntag im September in Deutschland als Tag des offenen Denkmals etabliert. Er gilt als die größte Kulturveranstaltung Deutschlands. Die an diesem Tag geöffneten Denkmäler und Museen ziehen in jedem Jahr aufs Neue unzählige Kunst- und Geschichtsinteressierte an. Das jährlich herausgegebene Motto wird von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz vorgegeben. In diesem Jahr lautet es „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur?". Das gesamte Programm zum Tag des offenen Denkmals in Deutschland kann unter www.tag-des-offenen-denkmals.de eingesehen werden.