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Familienschulzentrum der Herder-Grundschule eröffnet

In der Herder-Grundschule wurde am 1. September 2026 ein Familienschulzentrum eröffnet. Dahinter verbirgt sich ein Projekt, das weit über den klassischen Unterricht hinausgeht. „Wir öffnen unser Schulgebäude ganz bewusst für den gesamten Sozialraum. Schule ist ab heute nicht mehr nur ein Ort des Lernens am Vormittag. Sie wird zu einem lebendigen Ort der Begegnung, der Beratung, der Bildung und des Austauschs für die ganze Familie“, sagte Schulleiterin Anke Thieme. In dem Familienschulzentrum gebe es Bildungs- und Beratungsangebote für Kinder und deren Eltern. Es werde Raum geschaffen für gemeinsame Spielenachmittage, für Unterstützung in Alltagsfragen und für ein starkes Miteinander. Auch Sprachkurse und gemeinsames Kochen seien denkbar. „Und manchmal ist es auch einfach der Becher Kaffee am Morgen, der den Raum für ein gutes, unkompliziertes Gespräch öffnet“, sagte Anke Thieme. Denn nur wenn Schule und Eltern an einem Strang ziehen, könne Bildung gelingen.

Für die Leitung und Koordinierung des Familienschulzentrums ist Karolin Kügler in der Herder-Grundschule zuständig. Sie ist auch zentrale Ansprechpartnerin für Ideen, Fragen und Wünsche rund um das Zentrum. In den ersten Wochen ihrer Tätigkeit hat sie bereits ein verlässliches Netzwerk von Partnerinnen und Partnern aufgebaut, die sich bei der Eröffnung des Familienschulzentrums im Rahmen eines Spielenachmittags präsentierten. Mit dabei waren unter anderem das Neustadtbüro, die Caritas und das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA). Die Familienspielzeit für Schüler und deren Eltern wird ab sofort jeden letzten Mittwoch im Monat von 15 bis 17 Uhr in der Herder-Grundschule angeboten. Bei Tischtennis, Kegeln, Wurfspielen und anderen Aktivitäten können alle gemeinsam Zeit verbringen und ins Gespräch kommen. Zu den ersten Angeboten des Familienschulzentrums gehören zudem das Elterncafé für die Mamas und Papas der Erstklässler und das „Guten-Morgen-Café“, bei dem Eltern jeden Donnerstag von 7:30 Uhr bis 8:30 Uhr nach dem Bringen der Kinder mit einem Kaffee und netten Gesprächen in den Tag starten können. Auch eine Schulbibliothek wurde bereits eingeweiht.

Domizil des neuen Familienschulzentrums wird das Nebengebäude der Herder-Grundschule sein. In den kommenden zwei Jahren wird das Gebäude mithilfe von Bundesfördergeldern aus dem Startchancen-Programm und einer Co-Finanzierung durch die Stadt Weißenfels für die verschiedenen Angebote des Familienschulzentrums umgestaltet und eingerichtet. Auch kleinere Renovierungsarbeiten sind geplant. Mit weiteren Fördergeldern aus dem Startchancen-Programm wird zudem der Schulhof umgestaltet. Entstehen soll ein Ort, der viele Bewegungsmöglichkeiten bietet und auch als grünes Klassenzimmer genutzt werden kann.

Den Startschuss für das Familienschulzentrum nutzten Anke Thieme und ihr Kollegium auch, um das neue Schullogo vorzustellen. Es ist aus Ideen der Schülerinnen und Schüler entstanden und erhielt im Rahmen einer Wahl die meisten Stimmen von Kindern und Eltern. Das Logo zeigt ein geöffnetes Buch, aus dem das Schulgebäude, zwei Weltkugeln, viele Kinder unterschiedlicher Nationalitäten und ein Baum entspringen. Das Logo ist ein schönes Symbol für die multikulturelle Gemeinschaft in der Herder-Grundschule sowie für das gemeinsame Wachsen und Lernen.

Hintergrund: Startchancen-Programm
Im Jahr 2024 ist das Startchancen-Programm als größtes Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gestartet. Die Herder-Grundschule wurde als Grundschule in Trägerschaft der Stadt Weißenfels in das Programm aufgenommen. Schwerpunkt des Förderprogrammes ist die Verbesserung der Basiskompetenzen für Lesen,

Im November 2025 konnte die Erarbeitung eines Schulkonzeptes für die Herder-Grundschule abgeschlossen werden. Seitens des Landes wurde für Grundschulen die Profilierung zum Familienschulzentrum angeregt. Diesen Ansatz hat die Herder-Grundschule aufgegriffen.  Die Förderung besteht maßgeblich aus drei Säulen. Säule 1 sind bauliche Investitionen. Bei dieser Säule ist die Stadt Weißenfels als Schulträger mit 20 Prozent in der Mitfinanzierungspflicht. Inklusive der Eigenmittel ist ein Investitionsvolumen von bis zu 1.004.000 Euro möglich. Schwerpunkt soll hierfür die Umgestaltung des Schulhofes sein. Entstehen soll ein Ort mit hoher Aufenthaltsqualität, der Lernen, Entspannung und ein Miteinander möglich macht. Weiterhin soll mit den Fördermitteln die Entwicklung des Nebengebäudes zum Familienschulzentrum unterstützt werden (Möblierung, bauliche Verbesserungen). Säule 2 ist das sogenannte Chancenbudget. Hier können die Schulen mit den Fördermitteln ergänzende Bausteine zur Förderung der Basiskompetenzen aber auch zur Stärkung der sozial-emotionalen Kompetenzen binden. Ein Eigenanteil des Schulträgers ist nicht erforderlich. Säule 3 ist vorgesehen für die Stärkung des Schulteams. Nach aktuellem Stand soll die Herder-Grundschule über das Budget zusätzliche Unterstützung für die pädagogischen Mitarbeiter enthalten. Ein Eigenanteil des Schulträgers ist nicht erforderlich. Zusätzlich zu den Fördermitteln aus Säule 1 bis 3 wird die Schule mit einer Mitarbeiterin für die Etablierung eines Familienschulzentrum gefördert. Die Mitarbeiterin hat zum 1. April 2026 ihre Arbeit an der Herder-Grundschule aufgenommen. Ein Eigenanteil des Schulträgers ist auch hier nicht erforderlich.