Für eine lebendige Innenstadt
Zur zweiten Leerstandsbörse hatte die Stadt Weißenfels am 19. August 2024 eingeladen. Etwa 16 Personen, darunter Existenzgründer, Unternehmensvertreter und Vereinsmitglieder, nutzten die Gelegenheit, um sich fünf leerstehende Geschäfte am Marktplatz, in der Großen Kalandstraße und in der Kleinen Kalandstraße anzuschauen.
Die Gewerbeflächen weisen Größen zwischen 50 und 230 Quadratmeter auf und befinden sich alle in der Innenstadt. Auf dem Plan stand unter anderem das ehemalige bulgarische Lebensmittelgeschäft am Markt 18, welches aktuell als Lager für Weihnachtsdekoration dient. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer warfen zudem einen Blick in das Kosmetikstudio in der Großen Kalandstraße, welches Ende September auszieht und damit die Räume für eine Nachnutzung freigibt. Der ehemalige Fotoladen in der Kleinen Kalandstraße 4 und der nicht genutzte Teil des arabischen Lebensmittelgeschäftes in der Kleinen Kalandstraße 15 konnten ebenfalls besichtigt werden. Mit dabei waren zum Großteil auch die Eigentümer der Objekte. Sie führten durch die Gebäude, erklärten die Raumstruktur und informierten über den Bauzustand. Auch Oberbürgermeister Martin Papke, der Leiter des Fachbereichs „Technische Dienste und Stadtentwicklung“ Clemens Bumann und die städtische Wirtschaftsförderin Denise Demnitz hatten ein offenes Ohr für die Investitionsideen und Anliegen der Beteiligten.
Martin Papke begrüßte die Gäste zu Beginn der Leerstandsbörse vor dem ehemaligen Kinderland am Marktplatz. Die WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels GmbH hat das Gebäude auf Initiative des Oberbürgermeisters erworben und plant hier ein gastronomisches Angebot anzusiedeln. Auch einen neuen Nahversorger soll es in wenigen Jahren in der Innenstadt geben. Laut Martin Papke befinde sich der entsprechende Investor mit seinen Plänen auf der Zielgeraden, sodass Details zu dem Bauvorhaben wahrscheinlich noch dieses Jahr öffentlich bekannt gemacht werden können. Clemens Bumann berichtete indes vom geplanten Bibliotheksneubau in der benachbarten Jüdenstraße. Hierfür läuft noch bis zum Ende des Jahres 2024 der bauplanerische Wettbewerb. Mehr als 90 Architekturbüros aus Deutschland und EU-Ländern hatten sich für die Teilnahme beworben. Insgesamt 15 Büros wurden ausgewählt und erstellen nun einen Entwurf für eine moderne Bibliothek in Weißenfels. Auch der Zusammenschluss des Klosters St. Claren und des Goethegymnasiums zu einem großen Bildungscampus sowie der Erweiterungsneubau des Heinrich-Schütz-Hauses waren an dem Nachmittag Themen. „Wir werden diesen Weg der Stadtentwicklung durchhalten und konsequent weitergehen. All diese Projekte machen deutlich: Es kann für Unternehmer durchaus interessant sein, hier in Weißenfels zu investieren, um in einigen Jahren in der Innenstadt ein etabliertes Geschäft zu haben“, schlussfolgerte Oberbürgermeister Martin Papke.
Die Leerstandsbörse dient der Aufwertung der Weißenfelser Innenstadt. Ziel ist es, die leerstehenden Geschäfte im Erdgeschoss wieder in eine Nutzung zu bringen. Im Rahmen der Veranstaltung sollen diese verfügbaren Gewerbeflächen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Die Läden bieten Freiraum zum Aufbau eines Business, zur Gestaltung von kreativen und sozialen Orten oder zur Umsetzung von individuellen Investitionswünschen.
Ihre Premiere feierte die Weißenfelser Leerstandsbörse im Juni 2023. Damals besichtigten 15 Personen zehn leerstehende Geschäfte in der Jüdenstraße. Wirtschaftsförderin Denise Demnitz berichtete, dass zwei dieser Läden mittlerweile neu vermietet wurden. Hier befinden sich nun ein Thai-Massagestudio und eine Beratungsstelle eines Vereins zur sozialen und beruflichen Integration. Hinzu kommen zwei weitere Neuvermietungen in der Jüdenstraße durch Brillen.de und die Bäckerei Lampe. In den ehemaligen Geschäftsräumen der Bäckerei Lampe in der Großen Kalandstraße hat sich Denise Demnitz zufolge ein Dienstleister für Handwerksarbeiten niedergelassen. Zwei weitere Neuansiedlungen am Marktplatz sollen bald folgen. Auch in der Großen Kalandstraße gebe es bereits Neumieter für den ehemaligen Fahrradladen und das Nachbargeschäft. Die Wirtschaftsförderin berichtete zudem über den Start einer Schaufensteraktion in der Jüdenstraße. Hierbei nutzt Hochzeitsplanerin Jana Loth die leeren Schaufenster als Werbefläche und die Weißenfelser Künstlerin Christina Simon stellte Bilder von Schülerinnen und Schülern des Goethegymnasiums aus. Eine Präsentation von Werken aus der pädagogischen Arbeit des Museums Weißenfels soll bald folgen.