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Baumkataster für Weißenfelser Heimatnaturgarten erstellt

Auf dem etwa 1,2 Hektar großen Gelände des Weißenfelser Heimatnaturgartens stehen 72 Bäume verschiedener Arten und unterschiedlichen Alters. Das stellte Sabine Wesemann fest, als sie die dortigen Gehölze in den Jahren 2023 und 2024 genau unter die Lupe nahm und ehrenamtlich ein Baumkataster verfasste. Die studierte Diplom-Biologin arbeitete bis zum Beginn ihrer Rente bei der Unteren Naturschutzbehörde des Burgenlandkreises.

Im Baum-Kataster des Heimatnaturgartens wurden Standort, Art, wissenschaftliche Bezeichnung, Familie und Herkunft des jeweiligen Gehölzes dokumentiert, aber auch Besonderheiten wie die Bezeichnung als „Klimabaum“ oder „Baum des Jahres“. All diese Informationen sind etwa bei der Pflegeplanung hilfreich. Doch auch bei Überlegungen für Nachpflanzungen – wie für die inzwischen gefällte Kaukasische Flügelnuss im Nasenbär-Gehege oder die Japanische Säulenkirsche im Eingangsbereich – wird so ein Baumkataster zu Rate gezogen. So ist bei der Erstellung des Baumkatasters für den Heimatnaturgarten aufgefallen, dass vor allem heimische Gehölze und Nutzgehölze nachgepflanzt werden sollten. Damit erhalten Gäste des Tierparks zudem ein umfassendes Bild über die hiesigen Arten, die sich den klimatischen Bedingungen angepasst haben und besonders widerstandsfähig sind.

Bei Abschluss ihrer Arbeit stellte Sabine Wesemann fest, dass 59 der auf dem Gelände des Heimatnaturgartens befindlichen Bäume zu den Laubgehölzen und 13 zu den Nadelbäumen gehören. Heimische Laubgewächse wie Esche, Ahorn, Buche und Eiche sind am häufigsten vertreten. Es gibt zudem im Heimatnaturgarten zahlreiche Obstgehölze wie Quitte, Speierling, Elsbeere, Feige und Apfel. Auch Nussbäume gehören zum Bestand. Besucherinnen und Besucher treffen hier auf bekannte Arten wie Walnuss, Haselnuss und Baumhasel. Festgestellt wurde bei der Erstellung des Baumkatasters auch, dass der Baumbestand im Heimatnaturgarten in vielen Bereichen sehr dicht ist. Somit kommt es teilweise zu einem Konkurrenzverhalten bei Licht und Wasser.

Sabine Wesemann wurde bei ihrer Arbeit durch den ehemaligen Kustos des Leipziger Botanischen Gartens, Dr. Hans Köhler, unterstützt. Dank seiner langjährigen Expertise ließen sich so ausgefallene Arten bestimmen wie der Schlangenhaut-Ahorn. Er identifizierte auch Weißdornarten, einige Eschenarten wie die Samthaarige Stinkesche und die Weiß-Esche sowie Ulmenarten, die im regionalen Landkreis mittlerweile selten geworden sind.

Dank der finanziellen Unterstützung des Freundeskreises zur Förderung des Heimatnaturgartens Weißenfels e. V. steht heute vor jedem im Kataster aufgenommenen Baum ein Schild, das Name, Art, Familie und die wesentlichen Ergebnisse der Erfassung enthält. Zusätzliche QR-Codes leiten interessierte Besucherinnen und Besucher zu weiterführenden Informationen weiter.