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»Und doch: Liebe«

Ausstellung in der Weißenfelser BRAND-SANIERUNG eröffnet

Was verbindet ein historisches Museumsobjekt mit einem zeitgenössischen Kunstwerk? Die Ausstellung „Und doch: Liebe“ lädt dazu ein, dieser Frage nachzugehen. Vom 6. September 2026 bis zum 14. März 2027 präsentiert das Museum Weißenfels und der Verein BRAND-SANIERUNG in den Vereinsräumlichkeiten in der Novalisstraße 13 ausgewählte Werke aus seinen Sammlungen gemeinsam mit aktuellen künstlerischen Positionen. Die Präsentation ist ein gemeinsames Projekt des Museums Weißenfels und des BRAND-SANIERUNG e. V. in Kooperation mit dem Heinrich-Schütz-Haus Weißenfels. Die Idee zur Ausstellung stammt von Katharina Gahlert, Christina Simon und Dr. Manuel Schwarz. Seit Oktober 2025 wurde das gemeinsame Projekt entwickelt und vorbereitet. Die Ausstellung ist von Freitag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Mehr als 50 Gemälde, Grafiken, Plastiken, Keramiken und Textilien treten über zwei Etagen und in sechs Räumen miteinander in Dialog. Im Mittelpunkt steht ein Thema, das zeitlos und zugleich immer wieder neu ist: die Liebe. Sie erscheint als verbindende Kraft, als Sehnsucht und Glück, aber ebenso als Erfahrung von Verletzlichkeit, Verlust, Widerspruch und Verunsicherung. „‘Und doch: Liebe‘ ist für das Museum Weißenfels ein wunderbarer Anlass, einige Highlights aus seinen Sammlungen neu zu präsentieren und mit zeitgenössischen Werken in einen Dialog zu setzen“, sagt Dr. Manuel Schwarz, Leiter des Museums Weißenfels und einer der beiden Kuratoren der Ausstellung.

Gerade durch das Aufeinandertreffen von Werken aus unterschiedlichen Zeiten entstehen neue Perspektiven. Historische Objekte können überraschend aktuell wirken, während zeitgenössische Arbeiten durch die Gegenüberstellung mit älteren Werken in einem neuen Licht erscheinen. So wird das Thema Liebe nicht aus einer einzigen Perspektive betrachtet, sondern als vielschichtige menschliche Erfahrung erlebbar. Die Ausstellung verzichtet dabei bewusst auf ausführliche Wandtexte und eindeutige Zuordnungen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, selbst Zusammenhänge zwischen den Werken herzustellen, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Widersprüche auszuhalten.

Manche Arbeiten entziehen sich einer eindeutigen Interpretation – und genau darin liegt ein Teil des Ausstellungskonzepts. Kuratorin Katharina Gahlert erklärt: „In der Ausstellung treffen Arbeiten aus unterschiedlichen Jahrhunderten aufeinander – von antiken Mythen und Bildtraditionen bis in die unmittelbare Gegenwart. Sie alle verbindet die Liebe als ein wesentliches Motiv menschlichen Handelns und menschlichen Seins.“ Dabei verändern sich Vorstellungen von Liebe ebenso wie gesellschaftliche Normen, Rituale und Beziehungen. Und dennoch begegnen den Betrachtenden in den Werken Erfahrungen und Gefühle, die über Jahrhunderte hinweg vertraut erscheinen. „Kunst vermag zeitliche und kulturelle Distanzen zu überbrücken“, so Gahlert weiter. „Sie eröffnet einen Raum, in dem wir uns einfühlen, Vertrautes neu sehen, uns irritieren lassen und vielleicht auch die eigenen Vorstellungen von Liebe befragen können.“ Damit versteht sich „Und doch: Liebe“ weniger als Ausstellung mit vorgegebenen Antworten, denn als Einladung zum persönlichen Entdecken.

„Die Ausstellung soll die Kunstsammlungen des Museums Weißenfels in ein prominenteres Licht rücken“, betont Museumsleiter Dr. Manuel Schwarz. „Viele großartige Werke des Museums werden bislang viel zu selten gezeigt, obwohl sie große Aufmerksamkeit verdienen. ‚Und doch: Liebe‘ soll deshalb auch ein Impuls für weitere Ausstellungen und Projekte dieser Art sein.“ Die Zusammenarbeit zwischen Museum und Kunstverein eröffnet dabei neue Möglichkeiten: Die Bestände des Museums werden außerhalb ihrer gewohnten Präsentationszusammenhänge sichtbar und begegnen aktueller Kunst. Zu sehen sind mehr als 25 Objekte aus den Sammlungen des Museums Weißenfels, darunter Arbeiten von Walter Beuschel, Rudolf Brückner-Fuhlrott, Lovis Corinth, Helga Ginevra, Hans A. Griepentrog, Horst P. Horst, Ad van der Kouwe, Max Lingner, Jürgen Lorenz, Heinz Mäde, Kurt Pötzsch und Claudia Weidenbach.

Ergänzt werden sie durch mehr als 20 zeitgenössische Arbeiten von José Madrigal Despaigne, Ollie Gandul, Henriette Grahnert, Elena Kiseleva, Julia Kiehlmann und Philine Kuhn, Sabine Kunz, Susanne Hopmann, Hopmann und Lisek, Klara Meinhardt, Yvonne Most, Olivia Pils, Sonja Schrader, Inka Lorena Schottdorf/Margarita Wenzel und Christina Simon.

Die Ausstellung wird gefördert durch:Evangelischer Kirchenkreis Saale-Unstrut, Lotto-Toto Sachsen-Anhalt, Kultur- und Brauchtumsstiftung der Kreissparkasse Weißenfels, Stadtwerke Weißenfels. Die institutionelle Förderung der BRAND-SANIERUNG erfolgt durch die Stadt Weißenfels und den Burgenlandkreis.

Begleitprogramm

Die Präsentation wird von einem vielseitigen Begleitprogramm begleitet. Alle Termine finden in der BRAND-SANIERUNG statt, ausgenommen das Neujahrskonzert im Weißenfelser Rathaus:

25. September 2026, 15 Uhr: Führung mit Katharina Gahlert und Dr. Manuel Schwarz
9. Oktober 2026, 18 Uhr: Lesung aus dem Buch „Ich erröte vom Schaft bis zur Sohle" mit dem Herausgeber Wolfram Schneider-Lastin, dem Autor Peter Braun sowie den Autorinnen Daniela Engist und Katrin Seglitz
10. November 2026, 18 Uhr: Vortrag von Dr. Raphael Stübe: „Zauber der Nerven: Novalis und die Neoromantik um 1900"
16. Januar 2027, 17 Uhr: Neujahrskonzert des Heinrich-Schütz-Hauses „Facetten der Liebe" im Weißenfelser Rathaus – Aufführung von Werken von Caterina Assandra, Maddalena Casulana, Francesca Caccini, Claudio Monteverdi, Henry Purcell, Heinrich Schütz, Barbara Strozzi und Herzogin Sophie Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg. Mitwirkende: Martina Müller Saretz (Sopran), Jonathan Müller Saretz (Bariton), Hildegard Saretz (Cembalo), Ekkehard Saretz (Truhenorgel)
17. Januar 2027, 15 Uhr: Führung mit Katharina Gahlert und Dr. Manuel Schwarz
23./24. Januar 2027: Tanz-Workshop „Swing trifft Kunst" in der Ausstellung mit Lindy-Hop, Leipzig
14. Februar 2027, 17 Uhr: Konzert des Heinrich-Schütz-Hauses zum Valentinstag „Sortez soupirs" – Aufführung von Werken von Giulio Caccini, Francesco Cavalli, Sigismondo d'India, Claudio Monteverdi und Henry Purcell. Mitwirkende: Ursula Göller (Sopran), Simon Linné (Laute)
14. März 2027, 15 Uhr: Finissage